Auslandspraktikum in Sevilla

Berufsorientierung in Sevilla für SchülerInnen der Gustav-Heinemann-Schule

Bereits seit mehreren Jahren haben SchülerInnen aus Jahrgang 12 die einzigartige Chance, ihr Berufspraktikum in Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens, zu absolvieren. In den vergangenen Jahren konnte das Praktikum unter anderem bei der Modekette Zara, der Universität Sevilla oder dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) absolviert werden. Der aktuelle Kooperationspartner der Gustav-Heinemann-Schule ist das linguistische Institut Istrad, das seinen Schwerpunkt in den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen hat. Das internationale Betriebspraktikum leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung und ermöglicht die Erweiterung sprach- und berufsbezogener Kompetenzen.

Der folgende Bericht der Praktikumsgruppe aus dem Jahr 2019 gibt einen näheren Einblick in das Praktikum:

 

Auslandspraktikum in Sevilla 2019

Auch in diesem Jahr startete wieder eine Maschine mit acht Schüler/innen unsere Schule nach Sevilla. Vom 16.06.2019 bis zum 30.06.2019 absolvierten wir, Raghad Al-Khatabi, Hannah Hartmann, Saskia Howahl, Tessa Riebisch, Lena Schrepper, Thees Schürhaus, Leon Seidelmeier und Celina Weinreich das Fremdsprachenpraktikum im Linguistik-Institut „ISTRAD“, einer Hochschule für Übersetzung, Dolmetschen und Synchronisierung der weltweit wichtigsten Sprachen.

In der andalusischen Hauptstadt wurden wir von Familie García Calvo und köstlicher, hausgemachter Paella von Frau Garcías Mutter willkommen geheißen. Wir waren jeweils zu viert, auf ganz unterschiedliche Art und Weise, in schönen Apartments untergebracht, welche beide sehr zentral im Stadtteil Triana, der Geburtsstätte des Flamencos, lagen und lediglich 10 Minuten Fußweg voneinander entfernt waren.

Praktikum Sevilla 2019 - Praktikumsgruppe 2019

Auch wenn wir zum Arbeiten hier waren, versprach es eine angenehme Zeit zu werden.

Am Montag begann schließlich unser Praktikum. Zunächst stellte sich das Team, welches uns die nächsten zwei Wochen betreuen würde, vor und erklärte uns was „ISTRAD“ ist und was unsere Aufgaben sein würden.

Die darauffolgenden Tage arbeiteten wir an ganz unterschiedlichen Aufgaben und gewannen auf diese Weise umfassende Einblicke in die Tätigkeitsbereiche des Übersetzerberufes.

Zunächst erstellten wir kurze Vorträge über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Sevillas und hielten diese auf Spanisch vor dem Rest unserer Gruppe. Ein anderes Mal erklärte uns einer der Mitarbeiter, Carlos, etwas über Corpus Christi und die Semana Santa, welche beide wichtige Festlichkeiten der sevillanischen Kultur darstellen. So lernten wir die dortige Kultur auf eine neue Weise kennen. Wir hatten das große Glück, Corpus Christi, ein fröhlich-buntes und für viele Sevillaner sehr emotionales Fest, live mitzuerleben.

Des Weiteren durften wir der Zeugnisvergabe der diesjährigen Absolventen des ISTRAD-Masterstudiengangs beiwohnen und so mit jungen Leuten aus der Region ins Gespräch kommen.

Natürlich übersetzen wir auch „ganz klassisch“ Texte vom Spanischen ins Deutsche und diskutierten diese anschließend in der Gruppe.

Neben der Untertitelung einer Dokumentation und einem Voice-Over eines wirtschaftlichen Sachfilms bereitete uns die Synchronisierung einer kurzen Filmsequenz wohl die größte Freude. Nachdem Marta uns einen Überblick über die Kunst der Synchronisierung gab, konnten wir es kaum erwarten, selbst Hand anzulegen und unsere eigene Synchronisierung zu entwickeln. Begonnen bei der Transkription bis hin zu der Tonaufnahme erfüllten wir jeden Arbeitsschritt in freudiger Erwartung auf das finale Ergebnis, welches sich wirklich sehen lassen konnte.

Essenziell für einen gelungenen Arbeitstag wurde schnell der Besuch des „100 montaditos“ in unserer Pause, in dem es allerlei leckere Brötchen gab.

Einmal in einer solch lebensfrohen Stadt nutzen wir die Möglichkeit, möglichst viel zu erkunden. Die erste Woche begleitete uns dabei Frau Marina García Calvo, welche sich als gebürtige Sevillanerin bestens in der Stadt auskannte und uns hervorragende Geheimtipps gab, die Hauptstadt Andalusiens kennenzulernen.

Praktikum Sevilla 2019 - Praktikumsgruppe 2019

Wir erkundeten die Stadt auf unterschiedlichste Art und Weise: bei langen Spaziergängen durch die engen Gassen, auf E-Scootern oder bei einer privaten Bootstour auf dem Guadalquivir.

In kleinen Tapasbars und Cafés erlebten wir Sevilla kulinarisch und auf den Straßen kamen wir mit den lebensfrohen und herzlichen Sevillanern in Kontakt. Überall gab es etwas Neues zu entdecken, an jeder Ecke wartete ein anderer Straßenkünstler darauf, entdeckt zu werden. Wir erforschten die Stadt auch kulturell, indem wir bedeutende Monumente und Museen besuchten und uns von ihnen verzaubern ließen. Besonders das alte Expo-Gelände hatte es uns angetan, sodass wir es wiederholt besuchten und uns in das Jahr 1992 versetzen ließen.

Generell schien Zeit in Sevilla nicht zu existieren. Alles und jeder lebte in seinem eigenen Rhythmus und gemeinsam gab es eine außergewöhnlich chaotisch erfrischende Melodie.

Während die Straßen bei unseren mittäglichen Erkundungstouren aufgrund der Hitze meist relativ leer waren, änderte sich dies nach 19 Uhr fast schlagartig. Überallher strömten Menschen, es erklang Musik und an jeder zweiten Ecke wurde getanzt. Das Leben in Sevilla begann, die Lokale füllten sich und auch schnell wurden wir ein Teil dessen. Wir besuchten Flamencoshows oder ließen den Tag gemütlich in einer kleinen Lokalität auf der Calle Betis ausklingen, welche schnell zu unserem „Stammplatz“ wurde und an dem wir jeden Abend neue Menschen trafen und uns mit ihnen lebhaft unterhielten.

Auch die Stadtgrenzen Sevillas hielten uns auf unsere Erkundungsreise keinesfalls auf und wir fuhren einen Tag an den Strand Matalascañas um zu entspannen. Wir verbrachten einen schönen Tag am Strand, spazierten lange Zeit an der Küste entlang, gingen im Meer schwimmen oder entspannten in der Sonne. Neben all diesen schönen Eindrücken lernten wir besonders die Nützlichkeit einer guten Sonnencreme zu schätzen.

Abschließend lässt sich sagen, dass dieses Praktikum wohl zu den schönsten Erinnerungen unsere Schullaufbahn zählen wird und wir lange auf diese Zeit zurückschauen werden.

Wir hatten nicht nur die Möglichkeit einen Beruf kennenzulernen, der bis dato gar nicht in unserem Bewusstsein war und uns auf diese Weise neu zu orientieren, und auch weiter herauszufinden, wie es nach unserem Abitur für uns weitergehen solle, sondern auch ein faszinierendes Land mit einer außergewöhnlichen Kultur und noch außergewöhnlicheren Menschen kennenzulernen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns diese Erfahrung ermöglicht haben: der Schulleitung, der Europäischen Union für die finanzielle Unterstützung, ISTRAD und vor allem der gesamten Familie García Calvo, ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre und die uns wie Familienmitglieder aufgenommen hatte.

¡Muchas gracias!

 

 

Text:  Praktikumsgruppe Sevilla 2019

Bilder:   Praktikumsgruppe Sevilla 2019



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