Berufetag 2013

 

Zukunft nach der Schule: Insidertipps auf der vierten „Berufsbörse“
an der GHS für unseren 12. und 10. Jahrgang…


Eine Nachlese……

 

Berufsbörse, Berufebörse, Berufetag 2013

Die berufliche Orientierung fällt jungen Abiturienten immer schwerer in Anbetracht
der Vielfalt an Möglichkeiten, die sich ihnen bietet. Der doppelte Abiturjahrgang
erschwert dies zusätzlich. Manchmal vergessen Jugendliche, die den Blick zielstrebig
aufs Abitur gerichtet haben, frühzeitig genug die Richtung einzuschlagen, die ihren
Fähigkeiten und Neigungen entspricht.

Im Rahmen ihrer zum Schulprogramm gehörenden ‚Beruflichen Orientierung’ bietet
die Gustav-Heinemann-Schule eine Vielzahl von praktischen und theoretischen
Hilfestellungen. So fand auch in diesem Jahr ein Infotag über Studien- und
Berufsorientierung, die „Berufsbörse“ – bereits zum vierten Mal in größerem
Umfang - statt. Diese Veranstaltung richtet sich zwar hauptsächlich an SchülerInnen unseres 12. Jahrgangs, steht jedoch seit vorigem Jahr auch interessierten
Zehntklässlern offen.

Vera Laufer-Joußen, die Koordinatorin der Informationsveranstaltung, wurde bei der
Auswahl einiger Referenten diesmal erneut vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft des
Unternehmerverbandes Duisburg sowie erstmalig vom Zentrum der Innovation
Mülheim (ZDI) unterstützt. Die mitveranstaltenden LehrerkollegInnen Marita
Münstermann, Annika Burton und Markus Berkowicz hatten im Vorfeld und am Tag
selbst mächtig „geackert“, um den reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

Zwei Etagen des Schulgebäudes inklusive deren Fachräume standen wieder einen
Vormittag lang für Vorträge und Präsentationen unterschiedlicher Art bereit: Siemens,
Evonik, Aldi, Sparkasse, Sparda-Bank, aber auch Dienstleister  wie die Debeka oder
ein Fachanwalt für Erbrecht aus Düsseldorf stellten u.a. mittels PowerPoint-
Präsentationen ihre Berufsfelder vor. Dabei wurden sie wie in den Vorjahren von
jungen wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studenten und Auszubildenden ihrer ‚Zunft’
unterstützt. Sie verliehen damit den Referaten mehr Praxisbezug und Nähe zum
Schüler. Das kam bei unseren Schülern gut an.

Berufsbörse, Berufebörse, Berufetag 2013

Den Weg in den Öffentlichen Dienst zeigte der Essener Polizeihauptkommissar Markus
Niemann, per PowerPoint-Präsentation von einer Praktikantin unterstützt, auf und
verriet dabei jede Menge Insiderwissen über etwaige Beförderungsmöglichkeiten.

Der Spiele-Software-Hersteller Crenetic aus Mülheim verblüffte die Dauer-Gamer
unter den Zwölftklässlern, die sich gedacht hatten, eine solide Erfahrung im Online-
Spielen sei eine gute Voraussetzung, um in diese Branche zu gelangen. So brachte
Carsten Widera-Trombach, der Geschäftsführer, einige der jungen Zuhörer vermutlich
ins Grübeln: Auf welche persönlichen „skills“ achtet man bei Praktikanten…weshalb
benötigt man neben ausgewiesenen Softwarekenntnissen ein Feeling für Marketing,
Zeitgeist und viel Geduld etc.?

Abgerundet wurde das Angebot durch die Hochschulen der Region, die mit der
Hochschule Ruhr West, der Universität Duisburg Essen, der Folkwang Universität der
Künste, der Universität Münster sowie der Universität Düsseldorf vertreten waren.

Zwei Stunden intensive Beratung und Vorträge waren die Bilanz, die Oberstufenschüler
wie Lukas so kommentierten: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir so viele Wege offen
stehen. Ich wollte eigentlich eine Ausbildung machen, aber jetzt denke ich darüber
nach, einen dualen Studiengang zu absolvieren.“

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Die Eindrücke, die die SchülerInnen sammelten, waren sehr persönlicher Art. Einige
gewannen neue Erkenntnisse, andere stellten fest, dass der Traumberuf sich doch gar
nicht für sie eignet oder sie entwickelten neue Perspektiven. Selbstverständlich wurden
fleißig Kontaktdaten ausgetauscht, auch wenn die meisten Bewerbungen inzwischen
online erfolgen, so wie bei Evonik. Danielle Kruse von Evonik in Essen präsentierte
gemeinsam mit ihren KollegInnen ein Spektrum von Ausbildungsberufen, das von der
Fachkraft für Lagerlogistik über den Industriekaufmann bis zum Chemielaboranten mit
Bachelor-Studium reichte. Individuell und passend zu den verschiedenen
Schulabschlüssen. Die Nachfrage bei diesem Weltkonzern nach weiblichem Nachwuchs
u.a. mit Migrationshintergrund ist übrigens sehr groß. Katja Kamprolf und ihre
Mitreferenten von Aldi berichteten indes über eine große Nachfrage im Konzern nach
Studierenden im IT-Bereich (Stichwort auch: Duales Studium). 

An diesem Vormittag stellte sich schnell heraus, dass Fachabiturienten ebenso begehrt
sind wie Abiturienten. Das verdeutlichten auch Andre Dietz und Kenny Linnenschmidt
von der Debeka: „Wie bilden nicht nur aus, jedem Auszubildenden wird eine
Übernahme garantiert.“ Selbstverständlich wurde auch über Geld gesprochen und da
stellte sich die Versicherung mit den tariflich vereinbarten 850 Euro plus Provision im
ersten Ausbildungsjahr als sehr attraktiv dar. 

Die Frage nach dem Verdienst war eine von den SchülerInnen ohnehin häufig gestellte.
Soll man direkt in die Ausbildung starten und Geld verdienen oder ein Studium
absolvieren und mit der finanziellen Unabhängigkeit warten? Wie sich dies mit Hilfe des
Geldes anderer Leute erreichen lässt, zeigten die Repräsentanten von der Sparkasse,
Anke Hupperich, und Günter Draken von der Sparda-Bank. Die SchülerInnen sollten
sich auch merken, dass gute Leistungen gerade in den Hauptfächern (Englisch ist im
Banken- und Kreditwesen nach wie vor DIE bedeutende Zielsprache für den
internationalen Schriftverkehr) und ein tadelloses Benehmen für eine Bewerbung
erfolgversprechend sind.

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Thomas Bartoschek vom Institut für Geoinformatik der Universität Münster hingegen
erzählte von den fantastischen Chancen, einen Beruf in der Software-Entwicklung,
in Umweltämtern oder / und in der Wissenschaft zu bekommen, wenn man das
Studium wählt. „Unsere Bachelor-Studenten sind sehr begehrt und starten direkt in
den Beruf“, erklärt er nicht ohne Stolz. Das Münsteraner Institut war das erste seiner
Art (heute gibt es rund 30 ähnliche), es setzt den Fokus auf Informatik.

Zurzeit basteln 30 Doktoranden an ihrer Dissertation und werden somit den Erfolg des
Instituts nach außen weitertragen. Geoinformatik…(??? dachte mancher Schüler)...
bildet eine Brücke zwischen Informatik und Geowissenschaften. Die neuartige
Wissenschaft entwickelt und wendet Computergestützte Lösungen für Probleme z.B. in
der Geographie, Landschaftsökologie, Geophysik etc. an.
Und studierte Geoinformatiker haben aufgrund eines sehr breit gefächerten Marktes
gute Chancen in Wirtschaft und Verwaltung (z.B. Planungsämter, Landschaftsplanung,
aber auch Logistik, Verkehr, Navigation, Katastrophenschutz etc.). Und bei manchem
Schüler stellte sich dann beim Stichwort Geocashing (salopp ausgedrückt
„GPS-Schnitzeljagd“) ein Wiedererkennungswert ein.

Weitere für unsere SchülerInnen neue Informationen boten Prof. Stefan Geisler (HRW)
und ein Hochschulteam der Folkwang Universität Essen sowie der Bericht einer
Examenskandidatin im Studienfach Jura (Uni Düsseldorf):

 

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So ist das neue innovative Studienfach Mensch-Technik-Interaktion eine
hochspannende Sache für Studenten mit Neigung und Begabung u.a. in den Bereichen
Informatik, Design, Marketing/Psychologie. Schließlich befassen sich die jungen
Forscher mit z.B. solchen Fragen: Wie programmieren wir das Navi, Smartphones und
Tablet-PCs möglichst benutzerfreundlich? Organizer, Waschmaschinen etc., wie
alltagstauglich sind sie? Oder: Wie erforsche ich den Erfolg eines technischen
Produktes, um es noch besser zu gestalten?

Wie breit und innovativ das Spektrum der Fachbereiche und Studiengänge an der
Hochschule Ruhr West ist, konnte die junge Klientel von Anja Lensing (Studienberatung)
erfahren. Ein hoher Praxisbezug, Referenten/Lehrende (auch) aus der Wirtschaft,
Talentförderung oder Auslandsstudium- und Praktikum gehören zu den Vorteilen der
jungen aufstrebenden Hochschule. 

Für junge Kreativköpfe war der Vortrag der Folkwang Universität genau richtig: Fotografie, Medien oder Musik sowie Gestaltung und Tanz oder die Voraussetzungen
der Arbeit hinter der Bühne sowie bei Live-Auftritten, darüber berichtete Eric Bollmann
mit zwei Studenten. Dass man an dieser renommierten Hochschule auch Musik auf
Lehramt studieren kann, war für viele der jungen Zuhörer neu. Ein informativer Trailer
rundete die Vorträge ab.

Apropos Lehramt…für Sportbegeisterte und Sport-„LKler“ berichteten Horst Klaeren
und zwei Sportstudenten von der Universität Duisburg-Essen über den Weg dorthin –
zum Lehrerberuf im Fach Sport. Marion Büscher, seine Kollegin von der
Studienberatung bot allgemeine Informationen zum umfangreichen Studienangebot.

 

Schließlich räumten Hanna Pfeifer, Examenskandidatin im Fach Jura, Düsseldorf,
und der Fachanwalt für Erbrecht Dr. Horn, kräftig mit der gängigen Vorstellung auf,
das Jurastudium sei “trocken“ oder „langweilig“. Sie berichteten über die vielfältigen
Arbeitsmöglichkeiten, z.B. in Wirtschaft und Unternehmen, Verwaltung, Politik oder als
Selbstständige. Das Ranking der in Frage kommenden Universitäten wurde erörtert,
gekoppelt an die Zulassungsbeschränkungen, an überlaufene begehrte Unis, an die
Frage der „Wunschstadt“ (Lebensgefühl, Betreuung der Studenten durch die jeweilige
Uni) und auch an individuelle Schwerpunkte (Sprachen, Wirtschaft, Auslandsstudium-
und Einsatz etc.).

Fazit: Das genaue Bewerbungsverfahren solle man an den jeweiligen Unis erfragen,
das Studium sei hart („skills“ wie ein starker Wille, Selbstdisziplin, Ausdauer,
Strukturfähigkeit, Stressresistenz und ausgeprägtes Kommunikationsvermögen
beachten!) aber lohnenswert und: „Jura ist überall“.

Hanna Pfeifer beantwortete auch in der Pause geduldig im „Coffeeroom“ sehr viele
Fragen und sie hat zwischenzeitlich auch die den Schülern versprochene Präsentation
zur Verfügung gestellt.

 

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Apropos „Coffeeroom“: Eigens für diese Veranstaltung wurde von elf fleißigen SchülerInnen des 11. Jahrganges ein Raum in der 3. Etage liebevoll als zentrale
Anlaufstelle und Imbissstation hergerichtet. So verirrte sich dann mancher aus dem
11. Jahrgang am Veranstaltungstag nicht nur in den Raum, sondern auch neugierig
in so manchen Vortrag.
Diesen 11 SchülerInnen möchten wir ganz herzlich für ihren Einsatz vor, während und
unmittelbar nach der Berufsbörse danken: Desiree, Ilka, Inga, Yara, Laurin, Stella,
Fanni, Fabian, Ben, Simon und Kevin.

Zum Schluss: Die beiden federführenden Kolleginnen Vera Laufer-Joußen und Marita
Münstermann freuen sich (erneut) über die sehr positive Resonanz bei den
SchülerInnen der beiden teilnehmenden Jahrgänge und: Der 11. Jahrgang ist bereits
neugierig…

 

Den Firmen und Hochschulen ein herzliches Dank dafür, dass sie sich
einen Vormittag für unsere SchülerInnen Zeit genommen hatten:

Aldi Einkauf GmbH&Co. oHG / Crenetic GmbH Studios, Mülheim / Debeka Mülheim /
Dr. Claus-Henrik Horn, Fachanwalt für Erbrecht, Düsseldorf / Evonik Industries AG,
Essen / Folkwang Universität der Künste, Essen / Hanna Pfeifer, Universität Düsseldorf /
Hochschule Ruhr West / Institut für Geoinformatik der Universität Münster /
Polizeipräsidium Essen / Siemens AG, Düsseldorf / Sparda-Bank West eG, Mülheim /
Sparkasse Mülheim / Universität Duisburg-Essen

 

Hinweis für den Juni: Im Rahmen der Berufsorientierung für die S II  werden am
27. Juni vier Arbeitsberater von der Agentur für Arbeit, erneut exklusiv für den
gesamten 12. Jahrgang, in unserer Schule ein Infoseminar durchführen und für die
SchülerInnen Ansprechpartner sein. Themen wie Ausbildung und Studium, Studienorte,
Zulassungen, Bewerbungsfristen, Auslandsaufenthalte, soziales Jahr etc. stehen auf
dem Programm.

 

 

Text:   Petra Unland, Vera Laufer-Joußen

Fotos:  Barbara Springer

 

Presse:

Pfeil zur Strukturierung von InhaltenWAZ: "Berufsbörse in der G-H-S", 18.04.2013

 



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