BOC

Vom 4.10. bis 6.10. 2010

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Wenn Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs davon sprechen, dass sie in der
nächsten Woche BOC hätten, dann löst das für einen Außenstehenden im
Zusammenhang mit Schule sicherlich Verwunderung aus, zumindest Neugier darauf,
worauf sie denn nun „Bock“ haben.
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Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010

Neugier bestand auch bei den
Schülerinnen und Schülern, was
denn nun auf sie zukommen
wird im "Berufsorientierungscamp"
(= BOC), Camp hört sich ja gut an,
verspricht Spaß, mit Freunden
zusammen sein, ein bisschen
Abenteuer, so wie Feriencamp.

 



Eine solche Stimmung kam auch während des Erlebnispädagogischen Tages auf!

BOC soll jedem die Möglichkeit geben, seine Fähigkeiten zu überprüfen, in einer
Gruppe zu handeln, eine Aufgabe zu lösen, d.h. ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Dies hört sich einfach an, erwies sich im Laufe der Woche aber z.T. als anstrengende,
schwierige, aber auch interessante Anforderung.

So wurde ein „Erlebnispädagogischer Tag“, ein „Berufspraktischer Schnuppertag“,
ein „Praxistag Gendergedanke“ und – die Aktion ist bekannt – ein Wandertag zur
BOC-Woche.

Sie begann für die 8.1 und die 8.3 im Witthausbusch mit dem
„Erlebnispädagogischen Tag“.
Warmes Herbstwetter, mitten im Wald – so scheint es, steile Wegstrecken, Aufgaben
am wildromantischen Bach. Es könnte doch noch ein Camp werden. Ferienstimmung.

Die Mitarbeiter „Die Kurbel“ verdeutlichten zu Beginn des Tages, um was es ging.
„Wer etwas im Leben erreichen will, benötigt bestimmte Fähigkeiten!“ Beispiel Ballack,
der nicht als Champion geboren wurde. Die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler,
wie denn nun ein Ziel zu erreichen sei, wurden in dem Merkwort „RAD“
zusammengefasst: Respekt, Aufmerksamkeit, Disziplin. Sicherlich auch in der Schule
geforderte Fähigkeiten.

Deutlich wurde an diesem Tag, inwieweit die Schülerinnen und Schüler diese
Fähigkeiten ausgebildet haben und diese in die Gruppe einbringen können;
die Übungen waren so gestaltet, dass sie klar erkennen ließen, welche Fähigkeiten
schon gut bzw. noch nicht so gut entwickelt sind. Z.B. am Spinnennetz:
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Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010


Alle Mitglieder einer Gruppe
(7-8 SchülerInnen) mussten am
Spinnennetz aus Seilen durch nicht
sehr große Öffnungen bugsiert
werden. Wenn jemand ein Seil
berührt hat – das galt auch für
das letzte Mitglied - musste die
Gruppe die Übung von Vorne
beginnen.

 

Die oben genannten drei Fähigkeiten wurden in der gelungenen Durchführung
sichtbar und differenziert. Die Schülerin Fiona fasst das kurz zusammen:
„Wichtig ist: Absprache, Aufmerksamkeit, Ordnung, Vertrauen, Ausdauer, logisches
Vorgehen, Aufmunterung.“

Nach jeder der Übungen an den Stationen fand eine Reflexion darüber statt, welche
Fähigkeiten hier besonders gefordert waren, wie man sich selbst in dem Geschehen
gefühlt hat und was nicht gelungen war; diese Überlegungen mündeten in einer
Punktevergabe, die in einer Selbsteinschätzung von den SchülerInnen vorgenommen
und begründet werden musste. Danach vergab die Leiterin oder der Leiter der
jeweiligen Station die Punkte, durch die zuletzt in der Addition die Siegergruppe
ermittelt wurde.

Fionas Mitschülerin Julia erkannte: „Den Schülern sollte anhand der zu lösenden Probleme die Notwendigkeit von Teamgeist, Respekt, Aufmerksamkeit
und Disziplin gezeigt werden.“ Für den außenstehenden Beobachter wurde sichtbar,
dass noch ein Mehr an Fähigkeiten gefordert war, als die TeilenehmerInnen
formulierten: Angst überwinden, Nähe zulassen, Distanzen einfordern.

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Die Bilder verdeutlichen dies:

Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010 Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010

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Es gäbe noch viel über diesen Tag zu berichten. Anforderungen dieses Tages wurden
auch an anderen Tagen gestellt, deshalb werden sie nicht noch einmal erwähnt.

Der „Praxistag Gendergedanke“ wurde gänzlich ohne LehrerInnen durchgeführt.
Schon am „Erlebnispädagogischen Tag“ kommentierten und bewerteten sie nicht, an
diesem Tag waren sie nicht einmal mehr mit den Klassen zusammen. Die Möglichkeit
zur völlig freien Aussprache sollte hier den Schülerinnen und Schülern geboten
werden. In Mädchen- und Jungen-Gruppen aufgeteilt ging es hier um die alltägliche
geschlechts-spezifische Anforderung: Was soll ich als Junge/Mann als Mädchen/Frau
alles können? Wo und wie sind Anforderungen einschränkend? Welche sprachlichen
geschlechtsspezifischen Zuweisungen fördern oder hemmen mich? 

Der „Berufspraktischer Schnuppertag“ ermöglicht sowohl die gerade gemachten
Erfahrungen zu intensivieren, als auch neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Durchgeführt wurde dieser Tag bei der „RAG“ oder bei der „Kurbel“ in Oberhausen.
-Handwerk hautnah! Hier werden Azubis in verschiedenen Berufen ausgebildet.

Nach der Einführung in die Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz konnten
die SchülerInnen verschiedene Gewerke kennenlernen: Metallverarbeitung,
Zerspanungs-technik, Elektroberufe und Technisches Zeichnen.
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Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010 Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010

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Neben der körperlichen Anforderung waren auch hier Konzentration und Disziplin
gefordert. An der Drehmaschine wurde ein kleiner Kerzenständer gefräst.
Das Besondere: Der Ausbildungsleiter „Zerspanungstechnik“ zeigte den SchülerInnen,
wie ein Computerprogramm geschrieben wird, mit dem dann an der Maschine ein
Werkstück bearbeitet werden kann.

Im Bereich Grundbildung Metall wurde ein Metallstück ausgesägt, entgratet und mit
Metallstempeln zu einem Namensschild gemacht.
In der Elektroabteilung sahen einige SchülerInnen zum ersten Mal das Innenleben
eines Stromsteckers und einer Kupplung; sie bauten ein Verlängerungskabel.
Die Arbeiten waren doch schwerer und „fummeliger“, als zunächst angenommen.
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Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010 Berufsorientierungscamp vom 4.10. bis 6.10. 2010

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BOC bot den Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs die Möglichkeit, sich
frühzeitig mit den Fragen rund um die Berufswahl vertraut zu machen.
Es ging nicht um einen bestimmten Beruf, sondern darum, eigene Fähigkeiten und
Interessen erst einmal bewusst zu machen.

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Autor: Heino Gertz



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