Girls´ Day 2012

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

Porzellannutschen, Mädchenpower, Touchscreens

und Rohrverbindungen

 

Girls-Day 2012, Vera Lauffer Joußen

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

„Man nehme - auf 90°C erwärmen - der entstandene Kristallbrei wird über eine
Porzellannutsche abgesaugt“ … Porzellannutsche???
Auch sollte man den Faltenfilter… Faltenfilter???
Wir, Sharon und Angelika aus der 8.5 sowie Melike, Denise, und Grace aus der 9.1
und ich als neugierige Begleitung, schauten uns ratlos an. Das, was uns am 26. April in
einem der Chemielabore bei der Evonik AG Essen eine nette Auszubildende erklärte,
erinnerte uns zunächst an ein Kochrezept.

26. April 2012 – GIRLS‘ DAY BOYS‘ DAY.

Wieder einmal nahmen viele unserer Schülerinnen und Schüler an dem bundesweiten
Aktionstag teil. Wir erfuhren von den hilfsbereiten und geduldigen Auszubildenden,
dass diese Anleitung für den Prozess des Umkristallisierens von Acetanilid einer
ehemaligen Originalprüfung vor der IHK für Auszubildende bei der Evonik Industries AG,
Essen entspricht. Gelesen - getan!

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

Girls-Day 2012, Vera Lauffer Joußen

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

Die Mädchen durften abmessen, umschütten, umrühren, ab mit dem Faltenfilter in
die Mikrowelle, Reagenzgläser spülen, warten … warten …
währenddessen mit den Auszubildenden Informationen über Schulzeit, Bewerbung
und Arbeitsalltag austauschen.

Am Ende hieß es: Raus aus den nicht mehr ganz weißen Kitteln, weg mit den
Schutzbrillen. Und die Mädchen hatten festgestellt: Das macht Spaß, das ist durchaus
etwas für Mädchen, die gern Neues ausprobieren, tüfteln, konzentriert arbeiten,
die Geduld besitzen. Soweit weg von der Umsetzung von Kochrezepten ist es dann
doch nicht. Schließlich hatten wir bereits im Einführungsvortrag von Frau Dr. Gollek
(Leiterin Aus- und Weiterbildung) erfahren: „Wenn man Chemie macht, muss man
ständig neue Stoffe erfinden“ - Touchscreens bei Smartphones oder Wirkstoffe in
Duschgels und PU-Sohlen in Sneakers sowie Schaumstabilisatoren in Polyurethanstoffen
(wie in Stuhlpolstern):
Chemie ist unentbehrlich. Und ein Bereich, der Mädchen ausgesprochen gute Berufs-
und Aufstiegschancen bietet. Ein Konzern wie Evonik zum Beispiel hat weltweit,
so Frau Dr. Gollek, ca. 34.000 Mitarbeiter. Er stellt jährlich ca. 6.000 Auszubildende ein,
davon zurzeit 36 in Essen.

Aber nicht nur Chemikant, Chemielaborant oder Fachkraft für Lagerlogistik, auch Indus-
triekauffrau/-mann und sogar die Variante mit Schwerpunkt EU – dies alles gehört zum
Ausbildungsangebot. Ein dreimonatiges Praktikum in York mit englischsprachiger Prüfung
vor der London Chamber of Commerce (der englischen Industrie- und Handelskammer)
eingeschlossen! Auch kann man ein duales Studium im Konzern absolvieren.
Schülerinnen und Schüler, die technikinteressiert sind, gern Maschinen für die Produktion
bauen und umrüsten oder gern bei technischen Problemen passende Lösungen tüfteln,
können folgende Ausbildungen wählen:

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik oder Industriemechaniker/-in.

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

Girls-Day 2012, Vera Lauffer Joußen

Blank-Gif für Gestaltungszwecke

Den fünf Mädchen hatte dieser Vormittag auf jeden Fall viel Spaß gemacht – auch im
ersten Teil des Vormittags, als sie unter Anleitung von vier (zunächst verhaltenen,
später sehr hilfsbereiten) männlichen Auszubildenden mit viel „Frauenpower“ Rohrverbindungen montierten, jede Menge Spaß einbegriffen. Viele Firmen und
Forschungseinrichtungen boten unseren Schülerinnen an diesem Tag erneut oder
erstmalig einen beruflichen Aktionstag; die Graves GmbH sowie der ADAC gehörten
dazu. Vom Tag am Max-Planck Institut für Kohlenforschung wurde berichtet:

„… sehr effektiv, da genaue Einblicke in die Abteilungen …“, ferner: „… außerdem waren
die Experimente interessant.“ 

 

Und die Jungen?

Was sie sich ausgesucht hatten, war eine bunte Mischung: Firmen wie Atlas Copco,
Apotheken oder Krankenhäuser wie das Knappschaftskrankenhaus in Bottrop waren
dabei. Oliver aus dem 10. Jahrgang berichtete, er habe den Tag im
Knappschaftskrankenhaus als sehr effektiv empfunden, vor allem dank der Einblicke in
die eng getakteten Arbeitsabläufe bei der Pflege. Für ihn war ebenfalls interessant,
dass wesentlich mehr Tätigkeiten auf Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich
zukommen, als „bloße“ Pflege, wie so mancher Junge zunächst glauben mag. So erfuhr
er: Man muss Arbeitsabläufe dokumentieren, viele Gespräche mit Patienten, Ärzten und
Angehörigen führen, an Besprechungen teilnehmen und vieles mehr. Ein Mitschüler aus
dem 9. Jahrgang schätzte seine Eindrücke über das Evangelische Krankenhaus  Mülheim,
da er den Krankenhausalltag kennen gelernt habe und ein solcher als Arbeitsbereich für
ihn durchaus in Frage komme. 

Für uns zählt, dass die Veranstaltung von den Schüler/-innen überwiegend als effektiv
bis sehr effektiv bezeichnet wurde. Dies freut natürlich auch die Klassenlehrer/-innen,
die  in vielen Gesprächen zur Teilnahme motiviert hatten.

Vielen Dank auch an die Mitarbeiter/-innen der Aus- und Weiterbildung und die
Auszubildenden der Evonik AG sowie des Max-Planck Institutes für Kohlenforschung
für die Betreuung unserer Gruppen!

Gern wieder im nächsten Jahr!

 

Text:  Vera Laufer-Joußen

Bilder:  Vera Laufer-Joußen

 

 

Weiterführende Links:

Pfeil zur Strukturierung von InhaltenGender-Tage



Druckerfreundliche Version Druckerfreundliche Version

Beitrag als PDF-Datei herunterladen Beitrag als PDF-Datei herunterladen

Transparenter Pixel