Projektwoche für den 9. Jahrgang

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Berufsorientierung stand unter dem Gender-Aspekt

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Die traditionell für den 9. Jahrgang zur Berufsorientierung konzipierte
Projektwoche stand in diesem Jahr unter dem Gender-Aspekt und wollte daher
im Sinne einer gleichberechtigten Berufswahl informieren und instruieren.

Das von der Fachstelle Gender NRW (FUMA) prognostizierte „Mischen is
possible“ (Slogan dieses Fortbildungsprogramms für Jungen und Mädchen)
bewahrheitete sich gleich doppelt. Zum einen ging es darum, für mehr
Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu sorgen, und zum anderen wollte
das Projekt den Blickwinkel auf scheinbar typische bzw. untypische Männer- oder
Frauenberufe vergrößern.

Projektwoche 9. Jg 2011, Gender

Alle SchülerInnen des 9. Jahrgangs der Gustav-Heinemann-Schule sowie deren
speziell dafür fortgebildeten KlassenlehrerInnen erlebten die Gender-Tage
(engl.: gender = soziales Geschlecht) unter dem Aspekt der eigenen Rollen- und
Identitätsfindung. Wie klug es war, Berufsfindung mit Rollenverständnis zu
kombinieren, zeigten die Ergebnisse des von der FUMA zu Beginn der
Selbstorientierung gestellten Fragenparcours. Wie bin ich am liebsten? Was wollen
meine Eltern von mir? Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Was darf, kann und soll
ein Mädchen/Junge tun und muss das so sein oder kann ich mich und die Erwartung
anderer ändern? Auch Herrn Mosch, unseren Arbeitsberater der Agentur für Arbeit,
Bereich Sekundarstufe I, der am ersten Tag zugegen war und am letzten Tag in
einer Sprechstunde den SchülerInnen zur Verfügung stand, kamen die Ergebnisse
aus seiner Praxis bekannt vor.

Projektwoche 9. Jg 2011, Gender

Eher schüchtern verhielt sich die Jungengruppe der Klasse 9.6, als sie mit diesen
Fragen konfrontiert wurde. Besser erging es der 9.3 auch nicht, die alle Klischees
bediente: Angefangen bei dem von Jungen, die das Geld verdienen müssen bis
hin zu Mädchen, bei denen nur gutes Aussehen zählt.
Schritt für Schritt analysierten die SchülerInnen gemeinsam mit den FUMA-Experten
diese Klischees und deren Herkunft.

Am Ende zeigte sich, dass Mädchen und Jungen in ihren Wünschen und
Vorstellungen gar nicht weit voneinander entfernt sind. Alle wünschen sich eine
Familie, möchten gut verdienen und zu jeder Zeit ihr Recht auf Meinungsfreiheit
realisieren. Manchen Klassen merkte man allerdings an, wie stark vor allem
einzelne Jungen noch mit den an sie gestellten Erwartungen zu kämpfen haben.
Dabei wussten alle ganz genau, was sie wollten, sie wollten einfach nur sie selbst
sein und einen guten Job.

Projektwoche 9. Jg 2011, Gender

Damit waren sie in Teil 2 der Projektwoche angekommen. Welcher Beruf ist der
richtige? Die Antwort darauf mag individuell sein, allerdings fällt die
Entscheidungsfindung sicher leichter, wenn man sich bei der Berufswahl nicht
von Rollenerwartungen leiten lässt. Und was alles möglich sein kann, das zeigten
Unternehmen verschiedener Branchen unseren SchülerInnen direkt vor Ort.

Mit Anschauungsmaterial, Werkzeug und Stellwänden im Gepäck präsentierten
Unternehmen wie Evonik oder die Sparkasse Mülheim alle Berufsfelder, die in ihre
Unternehmen integriert sind. Besonders authentisch war Gabriele Wolterhoff-Ulrich,
Ausbildungsleiterin der Sparkasse, die sich zu diesem Zweck von Dominik Bergmann
assistieren ließ. Dominik hatte 2007 an unsere Schule das Abitur bestanden und
befindet sich nun am Ende seiner Ausbildung zum Bankkaufmann. So konnte er den
Schülern viele Fragen aus eigener Erfahrung beantworten. Frau Wolterhoff-Ullrich
ließ die SchülerInnen Formulare ausfüllen, einen eigenen Haushaltsetat aufstellen
und testete ganz nebenbei die logisch-analytischen Fähigkeiten der Lerngruppen.

Mit Staunen und großem Interesse verfolgte der 9. Jahrgang die Ausführungen
von Eva Grieskamp, die für die Aus- und Weiterbildung bei EVONIK Industries AG in
Essen verantwortlich zeichnet. Die von ihrem Unternehmen dargebotene
Berufspalette reichte vom Koch bis zum IT-Leiter und beinhaltete somit auch die
Darstellung aller dafür notwendigen Schulabschlüsse und Bildungsgänge.
Mark Büteröwe, Lacklaborant im 2. Ausbildungsjahr, ergänzte diese Informationen
praktisch und handwerklich, indem er Lacken Additive beimengte, die die Qualität
verbesserten. Er selbst hat die Fachoberschulreife und somit die schulische
Voraussetzung für diesen Beruf.

Projektwoche 9. Jg 2011, Gender

Gleich vier Auszubildende der Deutsche Bahn Netz AG (unter ihnen ebenfalls ein
ehemaliger Schüler unserer Schule) nebst Ralf Sczepan (Leiter Personalmanagement)
klärten die SchülerInnen über zahlreiche Ausbildungszweige auf; die Qual der Wahl
sah man in den Gesichtern: Eisenbahner Betriebsdienst oder lieber duales Studium
des Bauingenieurwesens oder doch lieber etwas kaufmännisch-serviceorientiertes?
Auch der gewerblich-technische oder der IT-Bereich böten sich an. Wozu man IT-
Kenntnisse benötigt, merkten die SchülerInnen schnell, als am PC ein Stellwerk
simuliert wurde und, ach so, die Prüfungsbestimmungen bei der IHK gibt es ja auch
noch zu beachten…

Viele Jugendliche möchten bei der Polizei eine Ausbildung absolvieren. Aber so
manchem der Schüler mag der Kopf geraucht haben, als Markus Renzel
(Ausbildungskoordinator) vom Polizeipräsidium Essen und sein junger Begleiter,
Student des dualen Studiums bei der Polizei, erklärten, dass die Arbeit bei der Polizei
gerade im Umgang mit Konflikten und Gewalt Gesprächsführungskompetenz erfordert.
Überhaupt würden den Azubis viele persönliche Qualitäten und körperliche Fitness
abverlangt. Gute Englischkenntnisse würden auch immer wichtiger. Die Neuntklässler
konnten gängige Vorstellungen vom aufregenden Leben der TATORT-Kommissare mit
tatsächlichen Arbeitsabläufen abgleichen. Und: die Zahl der weiblichen Auszubildende
ist erfreulich gestiegen und steigt weiterhin.

Projektwoche 9. Jg 2011, Gender

„Typische“ Frauenberufe…Sozialarbeit, Sozialpädagogik…mitnichten! Dass diese
Berufssparten gerade für Jungen immer interessanter werden und echte Perspektiven
bieten, vermittelte Steffen Junker, Sozialpädagoge, in einer interessanten Mischung
aus Brainstorming in Gruppenarbeit, Einblicken in den praktischen (und theoretischen)
Studienalltag sowie aus Erlebnisberichten eigener Erfahrungen (auch an der GHS in
seinem Anerkennungsjahr). Sozial(-pädagogisch) Tätige arbeiten in Kliniken, in
Schulen, Jugendeinrichtungen, pädagogischen oder medizinischen Beratungsstellen,
sie engagieren sich als „Streetworker“, schlichten so manchen Streit und vermitteln
viele Kernkompetenzen fürs Leben.

Somit ging eine ereignis- und arbeitsreiche Woche für den 9. Jahrgang, deren
Lehrer, die veranstaltenden Kollegen sowie die Firmenvertreter zu Ende.
Viele SchülerInnen gingen sicherlich mit genügend Fragen, aber auch vielen
Anregungen für ihre Berufsfindung in den regulären Unterricht zurück.

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transparentes GIF (blank)Ein herzliches Dankeschön an:

transparentes GIF (blank)Deutsche Bahn Netz AG, Evonik Industries AG, Stadtsparkasse Mülheim,
transparentes GIF (blank)Polizeipräsidium Essen, Sozialpädagoge Steffen Junker, Agentur für Arbeit
,
transparentes GIF (blank)Oberhausen und Fachstelle Gender NRW (FUMA).
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Text:      Petra Unland/Vera Laufer-Joußen
Bilder:    Vera Laufer-Joußen



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