Sonnenfinsternis

Gustav-Heinemann-Schule als MINT-Schule aktiv

Sonnenfinsternis als Zeichen für lebenslanges Lernen

 

Für Pfeil zur Strukturierung von Inhaltendieses Phänomen hatte die deutsche Netzgemeinde sofort einen Hashtag
gefunden: SoFi. Jeder Jugendliche war informiert: An einem Freitagvormittag sollte
es eine Sonnenfinsternis über Deutschland geben. Solarstromanlagenbetreiber
wie Wissenschaftler fieberten ihr im gleich hohen Maß entgegen.
Der dunkle Neumond schob sich vor die Sonne und bedeckte sie bis zu 80 Prozent.
Keine Vollfinsternis, aber immerhin ein Naturphänomen mit Seltenheitswert,
das die Kids extrem neugierig gemachte hatte und das unsere Schulleiterin Christa
van Berend zu einer außergewöhnlichen Maßnahme veranlasste.

Sonnenfinsternis 2015

Nach einer vorherigen Durchsage, in der sie alle aufgefordert hatte, sachgerecht
die Augen zu schützen und sich ausschließlich mit dem Rücken zur Sonne zu
positionieren, verließen um Punkt 10.20 Uhr rund 1700 Schüler-/innen in Begleitung
ihrer Lehrer/-innen das Schulgebäude. Diszipliniert, so wie sie es vom
Feuerprobealarm kannten. Aber sie zeigten auch Aufregung, manche sogar Angst.
Alle gemeinsam verspürten allerdings das Gefühl, Teil eines einmaligen Ereignisses
zu sein. Schließlich war die letzte Sonnenfinsternis 1999 und die nächste würde
erst viele Jahre später sein.

Sonnenfinsternis 2015

Um 10.38 Uhr war es schließlich soweit und es trat ein, was in den 18 Minuten davor
befürchtet worden war. Man sah nichts. Ein Wort mit X. Nix.
Ganz leicht veränderten sich die Lichtverhältnisse, fast unmerklich, vor allem für
unsere Schüler/-innen, die ja die Anweisung hatten, bloß nicht in die Sonne zu blicken.
Dennoch spürten sie die Veränderung. Delia (10.6) maß die Temperatur und hielt das
Ergebnis ihren bibbernden Lehrerinnen und Mitschülerinnen entgegen: Die Temperatur
war um 6 (!) Grad gesunken. Erleichtertes Lachen. Doch etwas mitbekommen,
denn viele hatten gemerkt, dass sie plötzlich angefangen hatten zu frieren. Ohne die
Kraft der Sonne würde es uns weniger gut gehen.
Dieses ganzheitliche Erlebnis war es, das Schulleiterin Christa van Berend ihre
Schüler/-innen hatte erfahren lassen wollen. „Manchmal muss man ein Risiko eingehen,
um etwas Besonderes zu vermitteln“, erklärte die Schulleiterin ihr pädagogisches
Ansinnen, den Schüler/-innen eine lebenslang andauernde Lernerfahrung vermittelt
zu haben. Dennoch gab es auch enttäuschte Gesichter. Donja (7.1) hatte viel mehr
erwartet, Hendrik (8.7) konnte seine neu gebaute Camera Obscura nicht einsetzen.

Sonnenfinsternis 2015

Gemeinsam mit dem Kollegium hatten die GHS’ler teils aufwändige Exemplare einer
Camera Obscura hergestellt, während andere Klassen auf die etwas schnellere Art
mit zwei Blättern und einem mittig gestanzten Loch – doch immerhin fachgerecht –
ausgestattet waren.
Hier hatte das Kollegium in einem spontanen und zeitnah angelegten 
„Fortbildungskurs“ durch den Kollegen Christian Uebing, Fachlehrer für Physik
und Chemie, immerhin grundlegende Fachkenntnisse erwerben können.

Sonnenfinsternis 2015

Christian Uebing selbst wusste natürlich noch tiefer in die Materie einzusteigen.
Er hatte in den Chemieräumen einen Live-Stream aus Niedersachsen präsentiert
und Schüler/-innen eingeladen, mit ihm das Spektakel ohne Nebel zu verfolgen.
So gab es doch einige Glückliche, die in den Genuss des astronomischen
Großereignisses kamen. Das gilt auch für Lea, deren Großmutter in Slowenien eine
perfekte Aufnahme von der SoFi gemacht und ihr diese aufs Handy geschickt hatte.
Big Like für die Oma! Perfekte Sicht hatten natürlich die Touristen und Forscher,
die sich auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik eingefunden hatten und bei
hervorragenden Wetterbedingungen Zeugen dieses Naturspektakels wurden.

 

Text:    Petra Unland

Bilder:  Barbara Springer

 

 

Presse:

Pfeil zur Strukturierung von InhaltenWAZ: "Sonne, Mond und Wolken", 21.03.2015

Pfeil zur Strukturierung von InhaltenMW: "Sonnenfinsternis war nicht zu sehen", 21.03.2015



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