Sprechstunde OB


Sprechstunde mit der Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

Jugendliche für Politik begeistern

 

Sprechstunde Oberbürgermeisterin D. Mühlenfeld

Eine der letzten Schülersprechstunden ihrer Amtszeit hielt Oberbürgermeisterin
Dagmar Mühlenfeld nun an der Gustav-Heinemann-Schule ab. 90 Schüler/-innen
der Kurse für Sozialwissenschaften im 11. Jahrgang von Britta Ernst und Sebastian
Kreischer erhielten die Gelegenheit, dem Stadtoberhaupt Fragen zu stellen,
die ebenso persönlich wie lokalpolitisch interessant waren. Das Gespräch mit den Jungwählern gehört zu den angenehmen Pflichten einer Oberbürgermeisterin,
und Dagmar Mühlenfeld erfüllte diese mit dem ihr eignen Charme, gebündelt aus
lokalpolitischem Knowhow und pädagogischer Souveränität.

Sprechstunde Oberbürgermeisterin D. Mühlenfeld

Die jungen Leute hörten ihr zu. Sie verstand deren Anfangshemmung, Fragen frei
weg zu stellen und schaffte es, witzelnd wie unterstützend die Neugier zu entfachen.
Schließlich fassten sich unsere Schüler/-innen ein Herz. Sophia wollten wissen,
welche Vor- und Nachteile das Amt habe oder wer den Terminplan der Ersten Bürgerin
bestimme. Dagmar Mühlenfeld antwortete adressatengerecht. Als Oberbürgermeisterin
stünde sie der Stadt täglich zur Verfügung, selbstbestimmte Zeit bliebe ihr kaum.
Es ärgere sie deshalb, dass es immer mehr Menschen gebe, die wenig Respekt vor
öffentlichen Ämtern hätten, diese nicht wertschätzten und sich in „unflätiger Weise“
darüber äußerten. Dennoch hat die ehemalige Schulleiterin den riskanten Schritt,
sich zur Wahl der Oberbürgermeisterin zu stellen, nie bereut.
Der „Mikrokosmos Schule“ sei eine gute Vorbereitung für ihr jetziges Amt gewesen.

Auf die Frage nach den Erfolgen ihrer Amtszeit ließ sie keinen Zweifel daran, dass das
Stadtentwicklungsprojekt „Ruhrbania“ ihr nach wie vor sehr am Herzen liege.
Sie schwärmte von den Neubauten, den Parks und der Bürgerakzeptanz. Die Sorge,
das ehemalige Kaufhof-Gebäude mutiere zum Problem, konnte Dagmar Mühlenfeld
entkräften. Sie wollte noch nicht viel verraten, laut aktueller Investoren-Gespräche
könnte es ein Konzept in Richtung Gesundheit geben. Zudem blieben Parkplätze
erhalten. Gemäß ihrer beruflichen Herkunft betonte die Erste Bürgerin natürlich auch
das Festhalten am Konzept „Vorrang für Bildung“. Jetzt am Ende ihrer Dienstzeit sei
sie „sehr zufrieden“ mit ihrer Bilanz.

Mit kommunalpolitischen Details und strukturierter Rhetorik fesselte Dagmar Mühlenfeld
die junge Zuhörerschaft, als sie die wechselhafte Entwicklung des Ballungsraums
Ruhrgebiet erläuterte. Sie tat dies, weil sie eine Frage nach der Sinnhaftigkeit des
jetzigen öffentlichen Nahverkehrssystems beantwortete. Sie erläuterte, weshalb die
polyzentrische Struktur unserer Region Pläne schnell veralten ließe: Früher sei das
Ruhrgebiet gewachsen, jetzt schrumpfe es. Mühlenfeld gestand, dass überholte
Ideen leider nicht korrigiert werden könnten, weil die dafür zur Verfügung stehenden
Bundesmittel ausschließlich für neue Projekte verwendet werden dürften.

Die Oberbürgermeisterin bewies, wie sehr sie Ideen der jungen Menschen wertschätzt,
denn sie nutzte den Anlass auch, um ‚Werbung‘ für die nächsten Jugendstadtratswahlen
zu machen. Sie gab das Wort weiter an David Meerkamp, Mitglied des
Jugendstadtrates und bereit zur Wiederwahl, der die Chance nutzte und kräftig  für
das Gremium warb. Nur, wenn junge Menschen ihre Interessen geltend machen würden,
könnten diese auch politisch berücksichtigt werden, so Meerkamp. Er versprach
interessierten Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die sich zur Wahl stellen
würden, Einblicke in die Arbeit des Stadtrats. Für diesen würden Stellungnahmen für Anliegen verfasst, die man dort entscheide. Die Arbeit sei parteiunabhängig und so
ganz nebenbei lerne man auch freies Sprechen und werde rhetorisch mutiger.
Aus den Reihen unserer Schüler wirkt bereits Simon Löwenberg beim Jugendstadtrat
mit und hoch motiviert wie spontan meldete sich Sophia Fritz für eine Kandidatur an.

Ihren ehemaligen GL-Lehrer Franz Euler wird’s freuen.

 

Text:    Petra Unland

Bilder:  Barbara Springer



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