Thailandbericht 2017

„Eindrücke von der ehrenamtlichen Arbeit in Thailand“
– die ehemalige Schülerin Liv Prumbaum berichtet

Thailandbericht 2017 2018 Liv Prumbaum - ghs

                                                                                 23.12.2017

Hallo,                                                                            

ich bin Liv Prumbaum und habe 2016 mein Abi gemacht. Es war für mich schon sehr früh klar,
dass ich nach meinem Abi gerne ins Ausland gehen wollte, daraufhin bin ich für sechs Monate
nach Thailand gegangen, dort habe ich unsere Partnerschule „Baan Unrak“ besucht.

Die Schule liegt in einem kleinen Dorf namens Sangkhlaburi, an der Grenze zu Burma.
Die Menschen aus Burma flüchten nach Thailand, darunter viele Kinder, die bereits Mutter und
Vater verloren haben. Die Kinder finden in den drei umliegenden Waisenhäusern Zuflucht.

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Ich habe im Kindergarten der Schule gearbeitet. Es gab dort zwei Gruppen, einmal die Kinder
von 2-4 Jahren und die Vorschulkinder.

Die Kinder werden dort von zwei thailändischen Kindergärtnerinnen betreut. Ich habe die Kinder zwischen 2-4 Jahren betreut und der Kindergärtnerin geholfen. Meine Hauptaufgabe war es,
den Kindern durch die spielerische Art und Weise die englische Sprache näher zu bringen.
Ich hatte noch eine weitere Aufgabe, ich habe zusätzlich noch einen autistischen Jungen(4)
betreut. Das war am Anfang nicht immer ganz einfach, weil ich erst einmal lernen musste,
mit einem Kind um zu gehen, das autistische Veranlagungen hat. Ich hatte jedoch sehr schnell
eine gute Beziehung zu ihm.

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Die sprachliche Barriere war kein Problem. Ich habe mich gut mit den Kindern verständigen
können, sei es mit einzelnen englischen Wörtern oder Händen und Füßen. Die Kinder haben ihre Gefühle und Bedürfnisse mit ihrem ganzen Körper ausgedrückt, das hat mir sehr geholfen.
Schnell haben die Kinder sich an mich und an die englische Sprache gewöhnt und einzelne
englische Wörter gelernt, wie zum Beispiel „teacher Liv“ und die Zahlen von 1-10.

Mein Tag begann um 8:00 Uhr und ging bis 15:00 Uhr. 
Der Tag wurde mit einem Morgenkreis,
an dem alle Kinder aus dem Kindergarten teinahmen, gestartet. Es wurden Lieder und ein thailändisches Gebet gesprochen. Die Kinder haben sich dann in ihre Gruppen aufgeteilt und
sie durften daraufhin frei spielen in ihrem Gruppenraum. Danach durften die Kinder nach draußen gehen und dort im Außengelände des Kindergartens spielen. Nach dem freien Spielen wurde gesungen und es wurden Spiele gespielt, und jeden Mittwoch wurden sportliche Aktivitäten angeboten. Um 12:00 Uhr gab es dann Mittagessen, natürlich immer mit Reis. Das Essen wurde jeden Tag frisch von der eigenen Küche der Schule zubereitet. Wenn alle Kinder fertig mit essen waren, wurden die Kinder geduscht und sie haben frische Kleidung bekommen. Das Baden der Kinder war der anstrengendste Teil des Tages, weil sie lieber mit dem Wasser spielen wollten
als sich zu waschen - und ohne Kleidung herum zu springen war für sie viel schöner.
Ich war danach auch immer frisch gewaschen und brauchte ebenfalls neue Kleidung.
Zum Glück war es immer sehr warm. Gegen 13 Uhr wurde dann der Mittagsschlaf eingeläutet.
Wir Kindergärtner durften dann auch mal eine Pause machen.
 

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Um 14 Uhr waren dann alle wieder wach und es wurde noch ein bisschen Englisch geübt.
Ich habe den Kindern englische Bücher vorgelesen und die Zahlen von 1-10 und Tiere mit
ihnen geübt.

Der Tag war dann um 15 Uhr vorbei und die Kinder wurden abgeholt. Die meisten Kinder aus
meiner Gruppe sind Flüchtlingskinder und haben schon früh ihre Eltern verloren. Am Anfang
war das etwas schwer für mich, damit um zu gehen, dass sie schon so jung so viel mit machen
mussten. Ich habe aber schnell erkannt, dass die Kinder hier eine zweite Chance bekommen und glücklich sind mit dem, was sie haben.

Ich habe in einem Zimmer auf dem Schulgelände gewohnt, dort hatte ich mein eigenes Badezimmer. Das Zimmer war einfach eingerichtet, Bett, Tisch, Stuhl und Kommode. Ich habe mich trotzdem wohl gefühlt und gelernt die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Oft hatte ich auch Besuch von dem ein oder anderen exotischen Tier.

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In meiner Freizeit habe ich mich mit den anderen Volontären getroffen und wir haben das kleine Dorf „unsicher“ gemacht. Wir haben die umliegenden Tempel besucht und natürlich das Wahrzeichen von Sangkhlaburi, die längste Holzbrücke Süd-Ost-Asiens. Ich habe mich durch
die zahlreichen thailändischen Spezialitäten probiert, die auf dem Markt angeboten wurden.

An Weihnachten wurde ich von einer Lehrerin der Schule eingeladen mit ihr zu feiern,
was eine sehr schöne Erfahrung war. Die Gastfreundlichkeit der Thailänder hat mir sehr geholfen,
kein großes Heimweh zu bekommen.

Ich habe mich sehr gut mit den Leuten dort verstanden und Freunde fürs Leben gefunden.
Es war eine unvergessliche Zeit und ich blicke gerne darauf zurück. Ich bedanke mich bei
Frau Nadine Dziobek, dass sie mir diese tolle Zeit ermöglicht hat.

 

Pfeil zur Strukturierung von Inhalten - Sebastian Wüstefeld You And Me - A World Of Friends... Thailandpartnerschaft der G-H-S



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